MEINE THERAPEUTISCHE HALTUNG

Sich in therapeutische Hände zu begeben, erfordert sehr viel Mut. Schließlich erzählt man einer fremden Person dinge, die man nicht jedem erzählt.

Um euch den ersten Schritt in meine Praxis zu erleichtern, oder auch in eine andere Praxis, möchte ich euch heute von meiner persönlichen therapeutischen Haltung erzählen und ein wenig darüber informieren, worauf ich bei der Therapeutensuche, mit meiner heutigen Erfahrung, achten würde.

1. Mehr Klasse statt Masse.

Ich persönlich habe für mich festgelegt, nicht mehr als 2-3 therapeutische Prozesse am Tag zu betreuen. Grund hierfür ist die enorme Anstrengung, die ein therapeutischer Prozess mit sich bringt und mein bestreben, während unserer Arbeit wirklich für dich da sein zu können.

2. Checke mich in Ruhe ab.

Ein Therapieprozess ist nur dann gut, wenn wir beide auch gut zusammenarbeiten können. Du solltest dich bei mir sicher fühlen und mir dein Vertrauen schenken können. Achte auf deine Gefühle während wir miteinander arbeiten. Grundsätzlich ist es erstmal normal, wenn du anfangs skeptisch bist. Nutze die ersten Sitzungen, um mich genau zu prüfen.

  • Prüfe, ob du mich sympathisch findest.
  • Prüfe, ob ich für dich „moralisch sauber“ also integer bin.
  • Prüfe, ob du meine Arbeitsweise magst.
  • Prüfe, ob du mir vertrauen kannst.
  • Prüfe, ob du dich bei mir irgendwann sicher fühlen kannst.

Ich gebe dir die Erlaubnis wirklich ehrlich mit mir zu sein. Es ist dir erlaubt mich zu kritisieren und mir deine Meinung zu sagen. Ich halte das aus. Als Ergebnis kann z.B. rauskommen, dass eine Zusammenarbeit nicht möglich ist. Manchmal kann man die Kritik aber auch mit in die nächsten Sitzungen nehmen und damit arbeiten.

3. ICH WILL DICH NICHT EINFACH WIEDER „ARBEITSFÄHIG“ MACHEN

Da ich von meinen Klienten privat bezahlt werde, kann ich mir den „Luxus“ erlauben, den Auftrag meines Klienten etwas höher zu stecken. Auf unserem gemeinsamen Weg möchte ich mit dir wachsen und sehen wie du aufblühst, wie du dich entdeckst, wie du vielleicht wieder das Fühlen erlernst, zu mehr innerem Gleichgewicht kommst oder langsam merkst, was dir wirklich Spaß im Leben macht. Ich freue mich, wenn du dich wieder ruhiger, orientierter und gesetzter fühlst. Einfach nur wieder arbeitsfähig zu sein, wäre für mich nur ein Zwischenstopp auf unserem Weg.

4. Du bekommst bei mir eine Bindungsorientierte, zugewandte Therapie

Wenn du mit mir arbeitest, werden wir mehr als nur reden und nicht nur an den oberflächlichen Problemen arbeiten. Wir werden Stück für Stück schauen, woher deine Glaubenssätze und Gefühle kommen. Oder schauen wo deine Gefühle geblieben sind. Wir werden überprüfen, was du mit deinen Gefühlen verbindest, wie dein Körper auf bestimmte Situation reagiert und warum dich so manche Situation immer wieder einholt. Wir werden tiefer in dein Inneres einsteigen und langsam zur Wurzel fortschreiten. Während wir arbeiten werden wir uns, anders als bei klassischen Psychotherapien, näher kennenlernen. Der Fokus wird natürlich bei dir bleiben, aber auch ich werde für dich immer greifbarer werden. Ich werde dich sehen und deine Gefühle und Reaktionen ganz fein wahrnehmen und dir mitteilen was ich beobachte. Du wirst feststellen wie groß deine Sehnsucht war, gesehen zu werden und gleichzeitig merken wie viel Angst du immer davor hattest.

Das, was war, wirkt auf uns allemal tiefer, als das, was ist.

Egon Friedell

Bis dahin alles Liebe

Deine Katrin